Archive for Dezember, 2010

letzte Gedanken des Metaphysikanten und Orgelmachers Gottfried Walther-B 2010

Freitag, Dezember 31st, 2010

Die letzten Gedanken des beileibe allerletzten Metaphysikanten und Orgelmachers Gottfried Walther-Büschelheimer in seiner letzten Stunde des Jahres 2010, als er seine Reisen nach Rom und Altägypten reflektierte und bereits die bevorstehenden Flüge nach Schottland, seine Italienische Reise 2, die nun visapflichtige Reise nach den USA, eine weitere nach Costa Rica sowie last not least auch eine Reise nach Äquadoria in 2011 in planerische Formen setzte. Alles soll Jakobswege-mässig bereits im Frühjahr abgehakt sein bevor es in diesem turbulent aufleuchtendem Jahr an die Arbeit geht; seine letzten Gedanken hierzu waren also,
1. …….und jetzt kommts :”ja, wer frühzeitig eine Muttersprache gut gelernt hat, nur der kann auch Fremdsprachen lernen. Nur wer als Kind in Religion eingeführt wurde, der kann über Religion befinden, diese durchdenken, von ihren Ansprüchen und Heilsversprechungen Abstand nehmen, und je nachdem, wieviel Liebe ihm mit dieser Religion mitgegeben wurde, dieselbe in einen veredelten Zustande in seinem Herzen bewahrt werden kann. Was heißt, es tobt in solcherlei Menschen nicht das Chaos, sondern ein milder Glanz bescheinigt alle Kontroversen um den Glauben. Da bleiben Faktengrunzer und Dawkinisten außen vor in ihrem lächerlichem Gehabe, alle Religionen seien Einbildungen. Denn auch die Wissenschaften bilden abstrakte Gedankengebäude, für deren Aporien man sehr viel mehr Glaubenskraft benötigt, als für jede einzelne der großen Glaubensrichtungen.
2. Das Denken hat heute andere Formen angenommen, als es vor hundert Jahren der Fall war, als man am Papier sparen musste und natürlich ohne digitale Stützen sich an den wenigen Bildern und Präludien reiben konnte. Da war mehr im Kopf, während heute mehr auf der Platte ist, weswegen der Kopf schrumpelt und die Kapazität von Festplatten bald monatlich sich verdoppelt. Kurz und bündig: der Mensch kuscht vor der ihm ins Gigantische aufscheinenden Technik und flüstert die Namen von Technikmarken wie einst die alten Römer Namen von Göttern und Dämonen nur halblaut auszusprechen wagten. Anstatt dass ihm die von den Romantikern angebotene Metaphysik der Musik geläufig geworden wäre: “Das Leben ohne Musik ist ein Irrtum. ” Gemeint aber war nicht die Dauerberieslung via Mp3-Player, das passive Musik konsumieren, sondern die aktive Gestaltung, das Hineininterpretieren aller tiefsten Geheimnisse in die Musik. Was bei Wagnerscher Musik Nietzsche nicht mehr möglich war (diese war ihm zu affektiv und damit der Vorläufer zu heutigen Popmusik, die Nietzsche heute zu viel Sexos und zuwenig Eros enthalten würde) Und damit kommt Gottfried Walther-Büschelheimer aufs dritte meta-thema.
3. Die Schwächen der Menschen, ihre geistige Infektionsbereitschaft nimmt dabei zu. Während früher einer, der etwas labile sexuelle Eigenschaften hatte, diese weder im Kopf noch in der Realität ausleben konnte , und so von der Wirklichkeit gehindert wurde, seine Schwäche laufen zu lassen,(seinen labilen Trieb, der wie ein Tier in seiner Seele auf und abläuft) wurde also an der Kette der realen Bedingungen gehindert laut aufzubellen und andere in die Waden zu beißen. Heute ist dies grundlegend anders. Das Tier kann sich im Internet Futter besorgen und dort auch jeden anbellen, der dafür geeignet erscheint. Es läuft nicht nur auf und ab, in der Seele des Gepeinigten, sondern wird geradezu angetrieben von dieser aufpeitschenden Speise, bis es aus diesem ehernen Gehäuse herausbrechen kann und es zu Mord und Totschlag kommt.
4. Man könnte sagen, aber vor dem Internet gab es doch auch schon Priester, die sich an Kindern vergangen haben, was richtig ist. Aber die Medien der damaligen Zeit haben für Menschen in derartigen Sonderstellungen bereits alle Trieb-Fresspakete bedient, um deren läufigen Tieren den Exzess zu ermöglichen. Während hier und heute ja gerade nicht Menschen in Sonderstellungen in die Trieb-Fress-Falle des Internets tappen, sondern Jedermann. Überall werden mit simplen Clicks Fallböden aufgerissen, wo selbst gut gerüstete Helden in einem Sumpf aus Krokodil und teuflischer Schlangenzucht hineinfallen und langfristig auf einen totalen Kampf zwischen ihren 1000 Schatten und den (eigentlich nur für Konsumzwecke) aufgerichteten Fallen sich einstellen dürfen.
5. Da kommt es wie ein Zufall daher, dass bereits 3oder 4jährige Kinder in Adventures geschult werden, wie sie Ungeheuer besiegen oder ihnen aus dem Wege gehen.

Die Welt also, so Gottfried Walther-Büschelheimer, ist nicht schlechter geworden, das Neue Jahr wird nicht katastrophaler, als das letzte, sondern die Abstraktionen in den Hirnen der Menschen, die immer weniger Sinnlichkeit und musikalische Ästhetik zulassen, nehmen zu und bereichern damit nicht mehr, sondern verarmen das Leben. Weil bei einem größeren Maß an Sinnlichkeit, mehr Angst verarbeitet werden kann. In größerer Abstraktion hingegen wird Problematik ans “Unbewußte” weitergereicht, dass nur noch im Traum die Möglichkeit hat sich realisieren zu können.
gewalcker@t-online.de

Wikipedia - das schlechteste Wissen,

Dienstag, Dezember 28th, 2010

das es je gab.

Wie ist das mit der Wahrheit, habe ich mich gefragt, beim Studium des letzten Wikipedia-Artikels, der über Walcker derartig Abstruses und offensichtlich Falsches an den Mann zu bringen versucht? Wer hat überhaupt Interesse an der Hervorbringung solches Wikipedia-Blödsinns?
Nach den Regeln und Vorstellungen der Gründer dieser Wissensplattform soll Wahrheit aus einem gemeinsamen Dialog heraus gestaltet werden, der gewissermaßen immer irgendwie im Fluss ist. Das ist sehr schön gedacht, durchaus auch zeittypisch,, zielt aber an dem einen wichtigen Umstand vorbei, dass gerade heutzutage jede Laus, die irgendeinen Krümmel für wichtig und bedeutsam hält, uns mit ihrem Vortrag vom Wesentlichen der Sache ablenken kann, weil wir ja wähnen, alle Informationen müssen reingezogen werden, koste es was es wolle. Es ist sogar so, dass ganz planmäßig ein Heer von Läusen unterwegs ist und ähnlich den Hackern und Crackern, Unwichtiges voranstellt, um Hass oder Eitelkeiten zu befrieden. Oft soll ein Professor gelobt werden, damit es gute Noten gibt, oder man bücklingt vor irgendetwas Zweit-und Drittrangigem, das einem im Beruf weiterhelfen könnte (”übrigens, ich hab Sie ausführlich im Wikipedia-Artikel erwähnt..”). Damit fließt dann das ganze Leben der kleinen Alltags-Korruptionen ein ins “Bewußtheit der West-Menscheit”, das oft hochgelobt, dann kläglich versagt, wenn man es aus seiner Fachsparte heraus etwas genauer unter die Lupe nimmt.
Hintan gestellt werden dann die Dinge, die der gemeinen Laus deswegen zuwider sind, weil sie den geistigen Kraftakt scheut, intensiv über diese oder jene kulturelle Bedeutung nachzudenken. Das wäre dann doch zuviel, auch noch über die Fakten nachdenken, die man über copy und paste mühsam herangeschleppt hat.
Am Schlimmsten noch ist es, wenn verhinderte Forschernaturen sich einen zu großen Gegenstand in ihre kleine Stube gezerrt haben und sich nun daran verbeißen, weil “der Ruf nach etwas Bedeutung” sie zwackt und zwickt. Dann kommen “Walcker-Wikipedias” dabei heraus, wo die unmittelbar nächst gelegene Orgel der zentrale Diskussionstoff ist, auch wenn keinerlei Gründe dafür sprechen, dass sie irgendeine Bedeutung für das Schaffen der Firma gehabt hat. Oft will man auch dem restaurierenden Orgelbauer eine Gefälligkeit erweisen. Der kleine Stachel der Machtlosen.
Wer die in Kisten eingemottete “Gelsenkirchen-Orgel” als die größte existierende Oscar-Walcker-Orgel bezeichnet, lügt in mehrfacher Hinsicht. Erstens ist eine in Kisten verpackte Orgel kein spielbares Instrument über das man derartige Aussagen machen kann, zweitens gibt es Stockholm und Barcelona und drittens ist Bukarest als spielbares Instrument Oscar Walckers bedeutender als irgendetwas in Kisten eingemachtes, das womöglich nie erklingen wird, und viertens sind die Taschenladen der originalen OW-Orgel in Gelsenkirchen gegen Schleifladen getauscht. Nur der Klang wurde unter Denkmalschutz gestellt.
Außerdem, und das ist das Wichtigste, wird hierbei eine tote Leiche über einen lebendigen Vorgang gestellt, der die weiteren Motive, nämlich dem Toten höchste Prioritäten zuzuerkennen, offenbart, während man alles Lebendige unter den Generalverdacht stellt, womöglich Widerspruch zu erheben, weswegen man es erst gar nicht erwähnt.
Das ist übrigens typische Organolenpraxis: wieviel vertrockneter Totenkult wurde in den vergangenen fünfzig Jahren im ARS ORGANI aufbereitet und mit Weihrauchdämpfen aufs Orgelvolk geschüttet, so dass man sich nicht wundert über unsere heutige Jugend, die Orgel direkt mit Verwesung assoziiert. (als wissbegieriger Europäer, dem es ermöglicht wurde den ägyptischen Totenkult etwas studieren zu können, kann ich nur sagen, dass wir in Bezug zu den Ägyptern mit unserem Christentum, das mit Sicherheit in Rom den Glanzpunkt aller Totenkulte erstritten hat, weit vorraus sind in der Bevorzugung des Todes vor dem Leben. Man denke nur an die tausenden von Selbstmorden während der Nazizeit in Deutschland auf seiten des Militärs und der verantwortlichen Nazis, die doch der Meinung waren, gerade von der Lebensphilosophie Nietzsches partizipiert zu haben. Und doch war der ganze europäische Faschismus eine Blut-Boden-Totenkult Attitüde.) (apropos Christentum: welches Christentum sei da gemeint, frage ich immer wieder, das Frühchristentum oder die ersten christlichen römischen Kaiser, das Karls des Großen oder der Kreuzfahrer, das der Gotiker, der Scholastiker, der Reformation Luthers oder das der Christen vor der Reichsgründung - und nun der heutigen Christen, die alle je nach Konfession für den mittelalterlichen Menschen eine völlig eigene Religionsform darstellen würden. Also was ist die Wahrheit?)
Man kann, um das Thema “Wikipedia” abzuschließen, solches Halbwissen als durchaus zeitgemäße Erscheinung apostrophieren. Man sehe nur das J&B Forum mit seiner am unwesentlichem Detail festgefressener Verbiesterung durch, oder “organ”, die Zeitschrift, in der Fachliches über Orgel in einem fragmentarischen Comedystyle wieder gegeben wird, wobei man nicht weiß ob zur Belustigung oder aus tatsächlicher Ahnungslosigkeit. Wobei man sich eben klar sein soll, dass “Gespräche über Orgel” doch immer irgendwie beim heutigen Publikum unter Verdacht stehen, als “flöge Einer übers Kuckucksnest”.
Ich habe in den vergangenen Wochen intensiven Kontakt zu einem Orgelforscher ganz anderen Kalibers gehabt, der seit Jahren an einer hochinteressante Arbeit über Eberhard Friedrich Walcker arbeitet. Hier sprüht das Lebendige des alten Meisters über den Forscher wie ein Feuerwerk empor in eine geistige Atmosphäre, die lichtbringende Wahrheit sein kann.Tief ins Leben dieses Meisters Einblicke zu nehmen wird bei Deutung solcher Forscher unmittelbar erfahrbar, jedes Detail wird mehrfach und anhand unterschiedlichen Quellen analysiert und verglichen, bevor es je das Licht der Dokumentierung erblickt. Solcherlei Forscher sind großartig mit dem Leben des Meister verwoben und das Erarbeiten eines Gesamtzusammenhanges wird intentional erfasst. Aber es wird dabei auch gefühlt, dass das eine und das andere Extrem sehr nahe beieinander liegen.
Man kann nur sicher sein auf der richtigen Seite, nämlich der des Lebens zu liegen, wenn man die eigene Person so ins Geschehen einbringen kann, indem ein grundlegendes Gefühl von Wahrsein eintritt. Das ist etwas, das nicht näher beschrieben werden kann, weil es bei jedem Menschen eine andere Wirkung hervorruft und vor allem bei jedem Individuum mit anderen Begriffen gesegnet ist. Ein Orgelkonzert ist immer näher am Leben als eine OrgelCD. Der unmittelbare Austausch im Gespräch mit einem Menschen ist immer näher dran als eine Email, SMS oder eine Abhandlung die abstrakt und im luftleeren Raum entstanden ist .
Die Erregung der Sinne über Fühlen, Riechen und dann in Verbindung mit Hören und Sehen ist jeder einseitigen Sinnerfahrung weit überlegen, weil der gesamte Mensch, wie in einem Kosmos eingebettet, beansprucht und erfüllt wird, während das einseitige Hören oder Sehen einer Digitalaufnahme mängelbehaftetes Erfahren ist. Da werden noch Generationen ins Land gehen, bevor man dieser Wahrheit auf die Schliche kommt, weil hier, in der digitalien Welt, manifestiert sich der künstlerische Schein rasch als Betrug (im Sinne von Wahrheit erfahren)

(gewalcker@t-online.de)

apropos gute und ehrliche Handarbeit bei vielen Wikipedia-Artikel werden hier überhaupt nicht kritisiert, sondern sehr geschätzt. Was hier kritisiert wird ist gewissermaßen ein Vergleich der Situation vor 120 Jahren, als man die besten Lexika für die besten Köpfe der Welt hatte, während heute das Niveau breit getreten ist und die breite Masse zweifellos tausend mal gebildeter ist als es jeder noch so gescheite Bauernlümmel vor hundert Jahren war. Aber die Spitzenlexika fehlen oder sind nur noch spezifiziert zu haben.